Samstag, 20. Februar 2016

Reise vom Sossusvlei-Gebiet nach Norden zum Damaraland (Relaunch 13.05.2016)

Namib
Heute reisen wir vom Sossusvlei-Gebiet nach Norden zum Damaraland. Chris, unser Guide der beiden vergangenen Tage, fährt uns nach dem Frühstück zum Airstrip. Unterwegs beobachten wir einen Heißluftballon. Susanne und Michael, unsere Begleiter der Dünen-Safaris, stehen im Ballonkorb und schweben parallel zu unserer Fahrstrecke. Sie haben natürlich gehofft, vom Ballon auf Dünen zu blicken, aber der Wind tat ihnen nicht den Gefallen. Aus der Ferne erleben wir die typische holprige Landung des Ballons.
Pilot unserer Cessna 210 der Wilderness Air ist erneut Rainer, der uns bereits von Windhoek nach Sossusvlei geflogen hat (Post 18.02.2016). Mit uns fliegen Nola und Jim, ein us-amerikanisches Touristenpaar aus Boston Massachusetts. Unsere Wege trennen sich heute beim Zwischenstopp in 'Doro !Nawas' (ein ursprünglich in Swakopmund vorgesehener Zwischenstopp bleibt uns erspart), aber an beiden nachfolgenden Standorten werden wir uns erneut sehen, ein Team bilden und uns menschlich näher kommen. Den Flug nach Doro !Nawas verbindet Rainer mit spannenden 'Scenic Flights' über die Dünenlandschaft bei Sossusvlei sowie entlang der Skeleton Coast nach Norden.  
Fotogalerie Reiseimpressionen
 - Videoclip Scenic Flight 

Scenic Flight Sossusvlei und Namib - Fotogalerie Scenic Flight über die Namib
Namib Unser Scenic Flight über die Namib zeigt aus der Vogelperspektive eine faszinierende Vielfalt an Formen und Farben der Dünenlandschaft. Abhängig von Sandzufuhr, Windrichtung, -geschwindigkeit und Vegetation zeigen Dünen typische Muster an Formen und Stabilität (Dünenformen PDF). Die Form von Dünen weist auf ihre Stabilität. Intensive Eindrücke des Scenic Flights regen Fragen an, denen wir erst nach Heimkehr nachgehen können.




Düne 1, Düne 47 Der Dünenstreifen hat bis zur Küste eine Breite von ca. 50 km. Abgelagert wird Sand der Kalahari und der Drakensberge aus weit entfernten östlichen Regionen Südafrikas. Der Oranje River transportiert den Sand zum Atlantik bei Lüderitz im südlichen Namibia. Benguelastrom und Westwinddrift transportieren den Sand nach Norden und in das Landesinnere, wo er sich entlang der Westküste über 2000 km Ausdehnung als Namib ablagert und bis zu 160 km in das Landesinnere reicht. Dünen der Namib bestehen aus Quarzsand und schimmern in unterschiedlichen Farbtönen. Rottöne werden von Eisenoxid erzeugt. Die Intensität von Rottönen erlaubt Rückschlüsse auf das Alter von Dünen. Die ältesten Dünen bestehen seit ca. 5 Millionen Jahren. In Richtung Atlantik nimmt die Intensität von Rottönen ab, weil aus dem Westen der jüngere Nachschub angeweht wird.


Scenic Flight Skeleton Coast - Fotogalerie Scenic Flight entlang der Skeleton Coast
Robbenkolonie am Rand der Namib Die Skeleton Coast dehnt sich nördlich von Swakopmund über ca. 700 km bis zur Grenze nach Angola aus und zählt mit einem Alter von bis zu 1,5 Milliarden Jahren zu den ältesten Landschaftsformationen der Erde. Ab dem Ugab Rivier sind 500 km der Küstenregion als Namib-Skeleton Coast National Park unter Schutz gestellt. Nur der südliche Teil des Nationalparks ist frei zugänglich. Im nördlichen Teil sind Zugänge streng reglementiert. Trotz lebensfeindlicher Bedingungen existiert an der Küste ein reiches Tierlieben, u.a. mit riesigen Kolonien Südafrikanischer Seebären, die nördlich von Henties Bay am Cape Cross bis zu 250.000 Tiere umfassen. Um auf beiden Seiten der Maschine eine gute Sicht zu ermöglichen, fliegt Pilot Rainer in Kurven und teilweise nur 100 feet Höhe (ca. 33m) über nicht endende Tierkolonien. Ohrenrobben lassen sich anscheinend nicht irritieren. Sie schauen auf, flüchten aber nicht.

Schiffswrack Eduard Bohlen an der Skeleton Coast Nebel, Brandung und Strömungen des Benguelastroms machen die Seefahrt entlang der Küste gefährlich. Die Bezeichnung Skeleton Coast verweist nicht nur auf Hunderte von Schiffswracks, sondern auch auf Schiffbrüchige, die in der extremen Küstenwüste keine Überlebenschance hatten. Wir überfliegen mehrere Schiffswracks. Das berühmteste unter ihnen ist die 1909 havarierte Eduard Bohlen der Hamburger Woermann-Linie.







Damaraland
Damaraland Das Damaraland wirkt für uns aus der Luft extrem lebensfeindlich. Dass Menschen dauerhaft in dieser Landschaft leben, entzieht sich unserer Vorstellungskraft. Tatsächlich ist die Besiedlungsdichte außerhalb der wenigen Ortschaften extrem gering. Dass der Volksstamm der Damara in dieser Region lebt, ist dem Odendaal-Plan des südafrikanischen Apartheidsregime geschuldet. Ertragreiches Farmland wurde mit 46,7 % der Landesfläche einer weißen Minderheit mit 7,5 % Bevölkerungsanteil zugesprochen. Der schwarzen Bevölkerung wurden entsprechend ihrer Stammeszugehörigkeit solche Regionen als Homelands zugewiesen, die für die weiße Bevölkerung unattraktiv waren.




Verabschiedung von Pilot Rainer, Nola und Jim auf dem Doro Nawas Airstrip Nach 2:10 Std. Flugzeit landen wir auf dem Airstrip von 'Doro !Nawas', von dem eine Verteilung von Besuchern zu ihren jeweiligen Destinationen stattfindet. In Sichtweite des Airstrips liegt das Doro !Nawas Camp, in dem wir 2007 als Gäste 2 großartige Tage erlebt haben, die hohen Anteil an der Motivation unserer aktuellen Reise haben. Heute müssen wir noch einen kurzen 'Hüpfer' von 20 Minuten bis zum Endziel fliegen. Ruby, unsere Pilotin, ist bereits vor Ort, aber wir warten auf einen weiteren Fluggast. Nach endlosen 1,5 Stunden trifft der erwartete Passagier zu dem mit ihm vereinbarten Zeitpunkt ein. Offensichtlich hat die Flugorganisation ausnahmsweise nicht perfekt funktioniert.




Damaraland
Tafel im Haupthaus Damaraland Camp Am Airstrip des Damaraland Camps erwarten uns Richard, unser Guide vor Ort, und James, einer der Camp-Manager. Der Empfang ist herzlich, was hoffentlich nicht über eine trostlos erscheinende bergige Steinwüste hinwegtäuschen soll. Immerhin sind 3 Übernachtungen gebucht, die unter schwierigen Bedingungen sehr lang werden können. 15 Minuten 'bumpy' Fahrt mit dem Safari-Jeep zum Camp tragen nicht zur Verbesserung der Stimmung bei. Am Camp wendet sich das Blatt. Die Anlage wirkt spontan sehr einladend. Das gesamte Team des Camps empfängt uns mit Gesang. Vanessa, Managerin des Camps, unternimmt mit uns einen Rundgang durch die gepflegte Anlage, macht uns mit Infrastruktur und Organisation bekannt und führt uns schließlich zu unserem Bungalow, keine luxuriöse, aber geräumige Stein-Holz-Zelt-Konstruktion mit ansprechender Einrichtung.
Fotogalerie Damaraland Camp


Nature Drive im Damaraland Guide Richard kündigt für den Nachmittag nach dem Lunch einen 'Nature Drive' an, dessen Start noch nicht abzusehen ist, weil noch 2 weitere Gäste erwartet werden, mit denen wir ein Team bilden. Zum Lunch treffen 2 britische Ladies ein, Charlotte und Sarah, die unser Dreamteam komplettieren. Charlotte, eine dominante Person, ist 81 Jahre alt. Ihr wurde unlängst eine Knieprothese eingesetzt. Sarah, 78 Jahre alt, wirkt zerbrechlich und reist mit einer neuen Hüftprothese an. Seitdem die beiden Ladies verwitwet sind, reisen sie gemeinsam durch die Welt. Von Windhoek reisen sie mit einem Charterflug an. Die Pilotin bleibt vor Ort und fliegt die beiden in 2 Tagen zurück. Als Team bilden wir eine spannende Mischung, die uns zunächst skeptisch stimmt, aber in der Realität gut harmoniert.
Fotogalerie Nature Drive im Damaraland

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