Freitag, 19. Februar 2016

Wiedersehen mit Sossusvlei und Sesriem Canyon

Tote Kameldornakazie im Dead Vlei Sesriem Canyon Dead Vlei

Der Tag beginnt stramm: Wecken 5:00 Uhr, Frühstück 5:30 Uhr, Start 6:00 Uhr in der  Morgendämmerung, um das Licht im Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Der gestrige Tag war mit der Reise von Windhoek zum Sossusvlei und ersten Wüsten-Erlebnissen sehr spannend. Heute werden wir tiefer in die Namib eindringen und magische Plätze im Sossusvlei aufsuchen, die uns vor 8 Jahren auf einer Namibia-Reise begeistert haben (Post vom 28.12.2007). Unser Wunsch nach einer Rückkehr hat die aktuelle Reise maßgeblich motiviert. Ob wir die Magie dieser Orte auch bei einem wiederholten Besuch erfahren, ist nicht vorhersehbar. Eine Reise ist der Besuch allemal wert. Wir sind bereit, uns verzaubern zu lassen.
Fotogalerien: Sossusvlei Drive - Tote Kameldornakazien im Dead Vlei - Sesriem Canyon und Sundowner Drive

Briefing vor dem Dünen-Drive Im anbrechenden Tageslicht erreichen wir nach ca. 45 Minuten Fahrt das Dünengebiet. Chris stoppt das Fahrzeug und erklärt mit rotem Eddingstift auf der Windschutzscheibe Genese dieser Landschaft, Morphologie von Dünenarten sowie die häufigsten Dünenarten im Sossusvlei. "You are a good teacher", stellt Gisela als Experte fest.
Inzwischen geht die Sonne auf. Das sich entfaltende Farbenspiel entzieht sich jeder Beschreibung und lässt sich nur vor Ort erfahren. 






Aufstieg Düne 45 Markante Dünen am Sossusvlei haben einen Namen. Wir passieren das Postkartenmotiv der Düne 47 und erreichen 45 km vom Parkeingang entfernt die 170 m über NN aufsteigende Düne 45. Einige Dünen am Sossusvlei dürfen bestiegen werden, unter denen die Düne 45 mit 85 m Anstieg am leichtesten zu bewältigen und darum besonders beliebt ist. Noch ist die Düne 45 nicht 'overcrowded'. Der Aufstieg auf schmalem Sandgrat erinnert an vergletscherte Firngrate der Alpen. Die Kulisse ist jedoch um Welten von Alpengipfeln entfernt. Der Anstieg im tiefen Sand zum höchsten Punkt des Dünengrates ist mühsam, aber nach 25 Minuten geschafft und überaus lohnenswert. Vom Grat überschauen wir eine grandiose Dünenlandschaft und können uns von der Aussicht nur schwer lösen.



Düne 45 Ullas Bitte um Dünensand haben wir nicht vergessen. Ulla nutzt Sand für Mischtechniken ihrer künstlerischen Arbeiten. Als Weltenbummlerin kennt und schätzt Ulla die besondere Qualität dieses Sandes. Bevor wir absteigen, füllt Gisela eine Tüte mit Sand.
Der Abstieg ist easy. Wir surfen die Düne hinab und sind nach weiteren 20 Minuten zurück am Startort, an dem uns Chris erwartet.







Tote Kameldornakazie im Dead Vlei Die letzten 5 km zum Dead Vlei sind nur von geländegängigen Fahrzeugen mit Allradantrieb zu bewältigen und erfordern Erfahrung. Chris bereitet die Passage kein Problem. In der Senke des Dead Vlei versickerte ehemals der Tsauchab, ein ephemerer Trockenfluss, bis Dünenbewegungen den Zufluss versperrten. Ohne Wasser sind Kameldornakazien in der lehmigen Senke schon seit mehreren Hundert Jahren abgestorben, aber im Wüstenklima verrotten sie nur äußerst langsam. Nur nach sehr seltenen ergiebigeren Regenfällen sammelt sich Wasser im Dead Vlei, das jedoch die Lehmschichten kaum durchdringt und die Baumwurzeln nicht erreicht.




Picknicktzplatz im Sossusvlei Vor der Rückfahrt zum Camp organisiert Chris im Sossusvlei unter lebenden Kameldornakazien ein Picknick. Eine Afrika-Graseule und Kapsperlinge beobachten uns. Die Spatzen wissen offensichtlich, dass bei Picknicks Futter abfällt und zeigen wenig Scheu.
Vom Picknickplatz schauen wir auf Big Mama vis-à-vis Big Daddy, zwei der markantesten und höchsten Sossusvlei-Dünen.







Sesriem Canyon Gegen 12:00 Uhr kehren wir zurück zum Camp. Für einen Lunch haben wir keinen Bedarf und ziehen uns bis zur Teatime um 16:30 Uhr in unseren Bungalow zurück. Susanne und Michael, unsere Begleiter der Dünenfahrt, lassen das angebotene Nachmittagsprogramm mit Besuch des Sesriem Canyon aus. Wir haben den vom Tsauchab ca. 30 m tief in die Landschaft gefrästen Canyon bereits Ende 2007 besucht und frischen heute unsere Erinnerungen auf.






Sundowner Platz Auf der Rückfahrt zum Camp steuert Chris einen phantastisch zwischen schroffen Felsen liegenden Sundowner-Platz an, von dem wir einen spektakulären tropischen Sonnenuntergang beobachten.
Das Dinner nehmen wir wie am Vorabend auf der Terrasse der Little Kulala Lodge ein (Post 18.02.2016) und genießen das Glück des Augenblicks.

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