Montag, 27. Februar 2017

"Mossis don't read Instructions" - Aktivitäten am Lebala Camp in der Linyanti-Region (27.02.-01.03.2017)

Morning Drive in der Linyanti-RegionAbschiedsfoto mit Hobbs und Jiti Im Lebala Camp(1) bietet Kwando Safaris ausschließlich Game Drives in der Kwando Concession jeweils am Morgen und am Nachmittag an. Während des 3-tägigen Aufenthaltes im Camp sind Hobbs und Jiti die Guides unserer Game Drives.(2) Je nach an- und abreisenden Gästen kann sich die Besatzung des Safarijeeps ändern. An 2 Tagen haben wir Pech und teilen das Fahrzeug mit einem schwer erträglichen us-amerikanischen Paar. 
Während in Nationalparks Wegepflicht besteht, können Fahrzeuge in privaten Konzessionsgebieten den Spuren von Wild durch das Gelände folgen, so dass wir Tieren mitunter sehr nah kommen. Chancen zur Wildbeobachtung sind in der Region hoch, aber nicht planbar. "We see what we see", kündigt Hobbs bei jedem Drive an. Alle Drives sind reizvoll. Enttäuscht sind wir nie, aber arg zerstochen. Morgens und abends sind insbesondere in der Regenzeit massive Mossi-Attacken während der Dämmerung unvermeidbar. Wir schützen uns mit langen Hosen und Ärmeln. Im Camp und auf den Fahrzeugen kreisen ständig Repellent-Sprühflaschen, was Mossis jedoch kaum beeindruckt und Hobbs mit dem Spruch kommentiert: "Mossis don't read Instructions!"
Fotogalerien der Wildbeobachtungen: Vögel - Säugetiere - Amphibien - Wildhunde im Gelände - Wildhunde am Airstrip - Jagende Wildhunde

Morning Game Drive in der Kwando Concession der Linyanti-Region - Fotogalerie Morning Drive
Morgenlicht in der Linyanti-RegionMorgendämmerung in der Linyanti-RegionDa die Chancen zur Wildbeobachtung am frühen Morgen am höchsten sind, steht Hobbs gewöhnlich um 5.00 Uhr vor unserer Unterkunft und ruft den vereinbarten 'wake up call': "Knock! Knock!" Da es noch dunkel ist, geleitet Hobbs uns eine halbe Stunde später zum Zentralbereich, in dem Kaffee und Tee sowie Porridge für Anhänger britischer Frühstückskultur angeboten wird. Tracker bereiten in dieser Zeit die Safarijeeps vor. Planmäßig startet um 6:00 Uhr in der Dämmerung der Morning Game Drive. Gleich am erst Morgen ist der Zeitplan hinfällig. Während der Nacht treten Gewitter mit starken Regenfällen auf, die erst gegen 6:00 Uhr enden, so dass sich der Aufbruch um fast eine Stunde verschiebt.

Hippos in der Linyanti-Region Picknick an der Halfway Pan zwischen Lebala und Lagoon Camp Nach einem längeren Drive treffen wir auf halbem Weg zwischen Lebala Camp und Lagoon Camp an der 'Halfway Pan' eine Gruppe des Lagoon Camps, um ein us-amerikanisches Paar in unser Fahrzeug zu übernehmen. Die beiden erweisen sich als kein Gewinn, eher als Niete. Während einer ausgiebigen Kaffee-/Tee-Pause mit Gebäck beobachten wir 2 Hippos auf dem Weg zur 'Halfway Pan'. Auf dem Rückweg beginnt die Suche nach Afrikanischen Wildhunden im Mopane Woodland (s.u.).

Brunch im Lebala Camp ZentralbereichBrunch im Lebala Camp Zentralbereich Bei Rückkehr in das Camp erwarten uns Mitarbeiter mit olbigatorischen feuchten Handtüchern und mit der ebenfalls obligatorischen Frage: "How was the drive?" Die erwartete Antwort kann nur "great!" oder noch besser "phantastic!" lauten.
Im Camp steht ein reichhaltiger, schmackhafter kalt-warmer Brunch in Buffetform bereit, mit dem wir das Frühstück nachholen und zugleich lunchen. Anschließend genießen wir eine Ruhephase bis 16:00 Uhr, in der wir vor der zweiten Tagesaktivität 'Augenpflege' betreiben, Fotos bearbeiten, Tagebuch führen, duschen etc..



Evening Game Drive mit Sundowner in der Linyanti-Region - Fotogalerie Evening Drive
Regenwolken in der Linyanti-RegionRegenbogen in der Linyanti-Region Vor dem Evening Drive treffen sich die Teilnehmer zum 'High Tea' im zentralen Gebäude des Camps. Neben Tea gibt es Kaffee, Kuchen und kleine Snacks. Aufbruch ist um 16:30 Uhr. Am Nachmittag ist die Regenwahrscheinlichkeit hoch. Regen bedeutet 'Poncho Time'. Auf dem Safarijeep liegen Regenponchos bereit, die wir uns jetzt überziehen. Bei Starkregen packen wir unsere Rucksäcke zum Schutz der Fotoausrüstung in Plastiksäcke.

Abenddämmerung in der Linyanti-RegionVorbereitung Sundowner Mit und ohne Regen steuert Hobbs kurz vor Sonnenuntergang einen geeigneten Ort für den Sundowner an, meistens am Rand einer Pfanne. Auch wenn sich der Sonnenuntergang hinter dichten Wolken abspielt, genießen wir den traditionellen Sundowner mit Getränken nach Wahl und Knabberzeug, während wir das Treiben im Wasser der Pfanne beobachten.
Bei Rückkehr am Camp gegen 20:00 Uhr wiederholen sich Empfangsrituale vom Vormittag. Ab 20:30 Uhr ist 'Dinner Time', zu der Gäste und Guides an einer großen Tafel Platz nehmen. Mitarbeiter der Küche kündigen mit launigen Sprüchen, Rätseln oder Gesängen das an allen Abenden exzellente mehrgängige Menü und die empfohlenen südafrikanischen Weine an. 

Wildhunde in der Linyanti-Region
Wildhunde in der Linyanti-RegionSpurenleser Hobbs und Jiti Eine besondere Attraktion der Kwando Concession sind 2 Rudel der seltenen Afrikanischen Wildhunde (Lycaon pictus), die als Art vom Aussterben bedroht ist.(3) Im Mopane Woodland sind Wildhunde schwer zu finden. Hohes Gras macht in der Regenzeit die Suche noch schwieriger. Hobbs hat den Ehrgeiz, bei jedem Drive Wildhunde aufzuspüren, was ihm regelmäßig gelingt. Wildhunde jagen im Rudel von 6:00 - 8:00 Uhr morgens und von 18:00 - 20:00 Uhr abends. Oft halten Wildhunde von Termitenhügeln Ausschau nach möglicher Beute. Wenn sie Beute erkannt haben, legen sie als ausdauernde Tiere bei Hetzjadgen auf Antilopen, Gnus und Warzenschweine große Entfernungen zurück. Anhand von Spuren erkennt Hobbs, ob sich Wildhunde in der Nähe aufhalten und welche Richtung sie eingeschlagen haben. Wenn Hobbs eine Spur aufgenommen hat, beginnt mit der Aufforderung "hold on" eine wilde Jagd durch die Landschaft, bei der wir uns im Fahrzeug gut festhalten müssen. Wenn wir uns im Mopane Woodland festgefahren haben, muss Jiti mit der Machete den Weg freischlagen.

Wildhunde konfrontieren eine TüpfelhyäneJagende Wildhunde greifen eine Giraffe an Wir erleben Jagden auf Warzenschweine, Gnus und sogar auf das Jungtier einer Giraffe. Obwohl die Erfolgsquote von Wildhunden > 50% sein soll, konnten Warzenschweine bei unserer Beobachtung erfolgreich flüchten.
Die Verteidigungstaktik einer Herde von Gnus erwies sich ebenfalls als erfolgreich. Zunächst bildeten Alttiere einen Schutzring um ihre Jungtiere, auf die es Wildhunde abgesehen haben. Dann kehrten die stärksten Gnus den Spieß um und gingen zum Gegenangriff über, bis sich die Wildhunde zurückzogen.
Eine Giraffenmutter versuchte zunächst mit ihrem Jungtier zu flüchten, das aber für eine lange Flucht zu schwach war. Nachdem die Giraffen stehen blieben, schmiegte sich das Jungtier eng an seine Mutter. Die Wildhunde umzingelnten eine Weile die beiden Giraffen, aber eine ausgewachsene Giraffe ist auch für eine Herde Wildrunde ein paar Nummern zu groß, so dass das Hunderudel schließlich aufgab.
Bei einer anderen Begegnung traf das Wildhundrudel zufällig auf eine einzelne Hyäne. Hyänen sind Futterkonkurrenten und deutlich größer und stärker als Wildhunde. Da die Hyäne alleine unterwegs war, griffen die Wildhunde sofort an. Im Kampf gegen die Hundemeute war die Hyäne unterlegen und flüchtete schließlich unter den Safarijeep einer anderen Gruppe. Dort verweilte sie, bis die Wildhunde abzogen. 

Anmerkungen
  1. Über die Anreise und das Camp berichtet der Post Reise von Maun zum Lebala Camp in der Linyanti-Region
  2. Alle Guides unserer Botswana-Reise beeindrucken mit ihren umfassenden Kenntnissen zur Flora und Fauna der besuchten Regionen. Von mehr als 500 Vogelarten in Botswana kennen sie jede Art namentlich. Wenn wir auf Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Insekten treffen, wissen Guides nicht nur deren Namen, sie kennen auch deren artspezifisches Verhalten. Aus Spuren, die Tiere im Sand hinterlassen, lesen Guides nicht nur Tierarten und Alter der Spur, sondern auch die Menge der Tiere, ihre Gehrichtung und Gangart. Vögel und größere Tiere identifizieren Guides selbst aus großer Entfernung und bei ungüstigen Sichtbedingungen. Von Bäume, Sträuchern und sonstigen Pflanzen kennen Guides sämtliche Bezeichnungen inkl. botanischer Namen sowie Besonderheiten von Pflanzenarten wie Giftigkeit, Essbarkeit, medizinische Wirksamkeit, Art der Vermehrung, Blütezeit etc.. 
    Hobbs beeindruckt uns über biologische und botanische Kenntnisse hinaus mit seiner Orientierungssicherheit. Trotz oft wilder Fahrten in gleichförmiger Landschaft verliert er nie die Übersicht. Beim Dinner erklärt er auf Nachfrage, sich an Flüssen und Salzpfannen sowie markanten Termitenhügel, Bäumen und dem Sonnenstand zu orientieren. Einmal sei er sich jedoch während eines Night Drive bei einer langen Verfolgung von Wildhunden in Schwierigkeiten geraten. Nachdem er mehrmals eine Pfanne passierte, wurde ihm klar, dass er im Kreis fährt. Obwohl die Nacht ziemlich dunkel war, halfen schließlich einige ihm bekannte Sterne und Sternbilder, den Weg zurück zum Camp zu finden.
  3. Schutzprojekt des Wildlife Conservation Fund: Rettet die letzten Afrikanischen Wildhunde

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